Selbstwert und Selbstliebe sind Themen, die  in meiner Praxis häufig auftauchen. Gut so. Denn nur wer sich selbst lieben, achten und annehmen kann, kann auch das Leben und die Liebe wirklich genießen.

Selbstbewusst und selbstbestimmt durchs Leben gehen – wer möchte das nicht? Anders gefragt: Wer kann das wirklich? Und was sind die Voraussetzungen? Die Antwort findet sich in der Fähigkeit, sich selbst zu lieben – und zwar mit allen Anteilen der eigenen Persönlichkeit. Diese gilt es jedoch, erst einmal zu entdecken!

für mehr Selbstliebe,
Selbstwert und Selbstbewusstsein

Selbstliebe ist Voraussetzung für ein gesundes Selbstbewusstsein

 

Kleine „Nachhilfe“ im Fach Selbstliebe

Lektion 1: Wir können nur lieben, was vorhanden ist.
Die erste und wichtigste Frage ist die nach dem SELBST. Ist es überhaupt vorhanden? Und wenn ja, wie stark ist es?

 

Lektion 2: Wir können nur lieben, was wir kennen.
Viele Menschen wissen gar nicht so genau, wer sie sind. Deshalb gilt der Grundsatz: Lerne dich erst kennen, dann kannst du dich auch lieben lernen!

 

Lektion 3: Liebe stellt keine Bedingungen.
Selbstliebe bedeutet bedingungslose Annahme aller Anteile der eigenen Persönlichkeit. Auch – und besonders – der „ungeliebten“ Anteile, wie Wut, Hass, Aggressionen, Lust, Unlust, Faulheit…

 

Lektion 4: Liebe lässt sich nicht kaufen.
Mangelndes Selbstbewusstsein wird oft durch Äußerlichkeiten kompensiert. Die Werbung verspricht uns da viel: Mehr Selbstbewusstsein durch einen makellosen Teint, durch Diäterfolge, durch die das perfekte Outfit…. und und und.

 

Lektion 5: Selbstliebe bedeutet Selbstfürsorge
Selbstfürsorge heißt Verantwortung übernehmen – für die eigene Seele, die eigenen Gedanken und Glaubenssätze sowie selbstverständlich auch für den eigenen Körper.

Selbstliebe ist Voraussetzung, um auch mit anderen in liebevollen Kontakt treten zu können. Aber warum ist das nur so schwer mit der Selbstliebe? Was steht ihr im Weg? Und was heißt ``Selbstliebe`` eigentlich?

Selbstbewusstsein steigern und falsche Glaubenssätze auflösen

Es gibt viele Gründe, warum sich Frauen ebenso wie Männer mit der Eigenliebe schwer tun.

Tatsache ist, dass viele Menschen als Kind nicht gelernt haben, sich selbst zu lieben und anzunehmen – mit all ihren Bedürfnissen, Träumen, Ideen und natürlichen Grenzen. Sie haben gelernt, geliebt zu werden, wenn sie „funktionieren“. Das heißt, die Erwartungen der anderen zu erfüllen, brav und höflich sind, Ordnung halten und bloß nicht widersprechen…

Ein weiterer Grund sind falsche Glaubenssätze.

„Wer sich selbst liebt, ist ein Egoist.“ Oder: „Zuerst die anderen, dann ich selbst.“Wenn ich für mich selbst sorge, ist das eigennützig“…  Doch weder Selbstliebe noch ein gesunder Selbstwert haben etwas mit Egoismus oder Eigennutz zu tun.

 

… und damit zu den Missverständnissen.

Oft ist es auch einfach nicht klar, was mit Selbst- oder Eigenliebe wirklich gemeint ist. Deshalb ist es wichtig, ein paar Begrifflichkeiten zu erklären. Was ist das SELBST? Was ist das EGO? Und was bedeutet Narzissmus?

Das SELBST ist die Summe aus Körper, Geist und Seele. Das Ego hingegen ist das „adaptierte“ SELBST – also das Ergebnis, wenn sich Körper, Geist und Seele an die Erwartungen und Anforderungen der Umwelt angepasst haben und nicht mehr sie selbst sind. Vereinfacht ausgedrückt: Das pure SELBST möchte sich weiterentwickeln und strebt nach Einheit. Das Ego hat den Drang, sich gegen andere durchzusetzen, wobei es stets auf eigene Vorteile ausgerichtet ist.

 

Auch mit Narzissmus hat Selbstliebe nichts zu tun.

Narzissmus ist eine Strukturstörung, die sich in Selbstverliebtheit, Selbstbewunderung, übertriebener Eitelkeit, Selbstüberschätzung und dem Gefühl, besser als andere zu sein äußert.

Was aber ist nun Selbstliebe?

Liebe ist die reinste Form aller Gefühle. So ist eine gesunde Eigenliebe ein Wohlgefühl, das sich im eigenen Mittelpunkt konzentriert und wie ein „Stehaufmännchen“ eine starke Basis hat. Menschen, die in der Selbstliebe sind, haut so schnell nichts um. Sie sind in der Lage, sich selbst und auch schwierige Situationen zu balancieren bzw. zu meistern.

 

Liebe in ihrer reinsten Form ist völlig frei von Angst. Und auch die Selbstliebe kennt keine Angst, sich zu zeigen, eigene Bedürfnisse zu äußern, sich zu blamieren, zu missfallen oder gar getadelt zu werden. Wer ganz und gar in der Selbstliebe ist, weiß, dass er nur seiner eigenen Seele Rechenschaft schuldig ist – sonst niemandem.

Fragen, die Ihnen Aufschluss über Ihren Selbstwert geben können

  • Warum muss ich die Wohnung auf Hochglanz bringen, bevor Besuch kommt?
  • Weshalb sind mir die Noten meiner Tochter, meines Sohnes so unglaublich wichtig?
  • Wie wichtig ist mir die Marke oder das Prestige meines Autos oder meiner Uhr ?
  • Weshalb überlege ich stundenlang, was ich zur Hochzeit meiner besten Freundin anziehe?
  • Warum versuche ich zu überspielen, dass ich gerade einen finanziellen Engpass habe?

 

Je mehr Raum Äußerlichkeiten in Ihrem Leben einnehmen, desto weniger Platz bleibt für Sie selbst.

Es lohnt sich darüber nachzudenken, was Ihnen wirklich wichtig ist und welches Bedürfnis dahinter steckt. Aber vergessen Sie nicht: Alles, was Ihnen jetzt einfällt, hat mit Ihnen zu tun – nicht mit dem Besuch, nicht mit der Tochter, nicht mit dem Partner, den Kollegen und auch sonst mit niemandem.

Selbstwert und Selbstbewusstsein können nur ganzheitlich aufgebaut werden. Oft spielen auch andere Themen eine wichtige Rolle.

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